r.v. creative projects

25. Juni 2010

Abgelegt unter: Literaturlandschaft, Romanerzählung — r.vogt @ 03:26

Du bist ein Psychotherapeut in einer einsam gelegenen Villa am Rande einer kleinen Stadt … auf der Suche nach deiner wahren IDENTITÄT. Erkunde 3 verschiedene Schauplätze (Stadt, Villa, Wald) und über 25 verschiedene Screens. Natürlich alles mit Soundeffekten und Musik. Parallel dazu können auch einige Textauszüge des bereits erwähnten Romans gelesen werden.

Das Game läuft unter WINDOWS und hat 120 MB.

Meinungen und Fragen zum Spiel bitte hier unter Kommentare äußern oder auch im Gästebuch auf artsunited.de
GAME DOWNLOAD @ FILEFRONT.COM VIEL SPAß! UND HIER NOCH DER WALKTHROUGH

16. Mai 2010

googlemonster

Abgelegt unter: Comics & Komisches — r.vogt @ 14:51

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28. April 2010

art works united oder “die kunst des samplens”

Abgelegt unter: Allgemein, arts united Philosophie — r.vogt @ 12:00

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Über kollektive Prozesse und das Samplen und Recyclen alter Ideen

“Unentschieden zwischen den Medien, aber dies entschieden genug, um ein - im eigentlichen Sinne utopisches - Ziel zu verfolgen: Die Vereinigung verschiedenster künstlerischer Medien in einem Einzigen.”

Sampling: In der Musik bezeichnet Sampling den Vorgang, einen Teil einer Ton- oder Musikaufnahme (ein Sample; engl. für „Auswahl“, „Muster“ „Beispiel“, von lat. exemplum: „Abbild“, „Beispiel“) in einem neuen, häufig musikalischen Kontext zu verwenden. QUELLE: WIKIPEDIA.
Analog zu meiner künstlerischen Arbeitsweise kann dies z.B. auch bedeuten, einen literarischen Text musikalisch zu interpretieren oder ausschnittweise in Bildern und Videoarbeiten zu zitieren etc. Im Arbeitsprozeß selbst switche ich unentwegt (was im Kontext des Improvisationstheaters z.B. der schnelle Wechsel von Eigenwahrnehmung auf Außenwirkung oder der sprachlichen Ebene auf andere Ebenen, z.b. eine bildliche, bis in die womöglich schmerzliche Berührung ins eigentlich Unbewußte hinein und wieder zurück bedeuten kann.) Auch der Umgang mit dem System unentwegter Verlinkungen aus dem Bereich des Internets hat sich gedanklich eindrücklich auf meine Arbeitsweise ausgewirkt, den Arbeitsprozeß und die Zielsetzungen (bezüglich Kollektiv) verändert und wird sich in Zukunft mehr und mehr in meinen künstlerischen Arbeiten wiederspiegeln.
Ein wechselseitiger geistiger Transfer zwischen neuen Arbeitsmodellen aus der Wirtschaft und z.B. der Musikszene im Internet (Aufhebung von Urheberrechten) oder bezüglich Wikipedia (”Jeder darf mitschreiben”) sowie der Gesellschaft im Allgemeinen ermöglicht auch einen Paradigmenwechsel in der Kunst. Der Einzelne tritt in seiner Bedeutung zugunsten eines kreativen Kollektivs zurück. Das birgt ungeahnte Chancen - gar spiritueller Art - insich und könnte sich wiederum günstig auf religiöse, spirituelle, ökonomische wie auch ökologische Konflikte übertragen und überzogene Ideologien unserer vollkommen dem Schönheits-, Perfektions-, Verfügbarkeits-, Konsum-, Erlebnis- wie Leistungswahn verfallenen Gesellachaft auf ein gesundes Maß relativieren. (Vgl. Die Kunst der Metamorphose … “Es gibt keinen Künstler, es gibt nur die Kunst”.)

arts united ist dabei, sich als eine von unzähligen Ideen zu verwirklichen, wobei es nun nicht so ist, dass diese eine Idee andere verdrängt hat. Vielmehr ist es so, dass arts united die Umsetzung anderer Ideen geradezu erst ermöglicht.”

Meine Kunst entwickelt sich in der Reibung zwischen Oberflächen und Subkultur, ohne Stil, ohne Selbstzweck, ohne Richtung. Sie macht wie bei Meese … was sie will. Mit mir. Es macht für mich keinen Sinn, es mit aller Kraft zu versuchen diese gewaltige innere Bewegung in allzu geordnete Bahnen zu lenken, wenn auch einige Parameter nötig sind, um mich selbst vor ihrer naturgewaltigen Vehemenz zu schützen. In erster Linie macht mir der gedankliche Versuch überhaupt keinen Sinn mehr, sie in eine auf ein gewisses Medium begrenzte Schublade zu stecken. Dieser Versuch ist und bleibt mehrfachgescheitert. Aber gerade aus diesem Scheitern heraus entscheide ich mich weiterhin, gleich einem vom Pioniergeist getriebenen Erfinder, das eigentlich Unmögliche (trotz unzähliger gescheiterter Versuchsreihen) in Angriff zu nehmen, sprich unmachbare geistige Ideen denen offenbar Konventionen und (vorgegebene) Gesetzmäßigkeiten im Weg stehen, mit Realität zu füllen. Dies geschieht jedoch wie schon in meinem Manifest “Die Kunst der Metamorphose” erwähnt nicht aus Eitelkeit, also zum Selbstzweck, wenn auch jeder Künstler zugegebenermaßen im Innersten danach strebt in seinem Ureigenen, ggf. Genius erkannt und gesehen zu werden. Ist nun wie Beuys sagt jeder ein Künstler? Und was bedeutet das? Wenn wir genauer hinsehen kann jeder kann in seiner Sparte, nach seinen individuellen Begabungen aus einem ungeahnten kreativen Potential schöpfen. Ich denke, so hätte sich auch Beuys eigentlich verstanden wissen wollen. Oder auch nicht. Um eben gerade die Illusion des unverstandenen, unverwechselbaren Genius aufrecht erhalten zu wissen. Es bleibt die Ambivalenz, das menschliche Ego.

Das entscheidende ist wohl, dass es sich nicht um eine willentliche Entscheidung handeln kann ein Künstler zu sein oder nicht, sondern in inneren und äußeren Umständen begründet liegen muß. Ich würde auf jeden Fall eine Abgrenzung in dem ziehen, dass ich sage: Es gibt keine Kunst ohne den aufrichtigen Drang einen tiefen Makel überwinden zu wollen. So gesehen gibt es beseelte Kunst und unbeseelte. Kunst kommt durchaus von Können, von Wollen, von Arbeiten aber ich teile dennoch nicht die Meinung eines ehemaligen Kunsterziehers meiner Schulzeit, dessen Credo die Behauptung war, Kunst setze sich aus zehn Prozent Talent und neunzig Prozent Fleiß zusammen. Nun gut, es kommt auf die Definition von Fleiß an. Um es etwas lapidarer zu formulieren - es gibt da einen Spruch der neben meinem virtuellen Atelier, also der Ort von dem aus ich gerade diese Zeilen schreibe, an der Wand hängt und folgendermaßen lautet: “Kreative Menschen leisten dann am Meisten wenn sie den Eindruck machen, als täten sie nichts”. Auch, oder gerade denken ist Fleiß.

Ich arbeite tagtäglich dafür. Für die Anerkennung des individuellen Denkens in unserer Gesellschaft. Für die Loslösung von starren, irreführenden Prinzipien. Für ein neues Selbstverständnis von Individuation. Für eine Enthärtung von Polaritäten, eine Bewußtwerdung auf geerdetem Terrain. Für ein neues Zeitalter das seine Kraft aus dem Kollektiv und seiner Vernetzung schöpft. Viele sind auf diesem Weg. Ob bewußt, unbewußt oder spirituell. Kurzum: Auf jeder Ebene!

Ganz nebenbei bleibt mir noch anzumerken dass Vernetzungsprozesse zwischen verschiedenen Ebenen auch das Individuum selbst betreffend bereits früh im sich entwickelnden Gehirn stattfinden, wie die Lernforschung längst erkannt hat. Abstrakte Inhalte werden mit Bildern, Bilder mit Gerüchen, Gerüche
mit Gefühlen verknüpft. Das eine spiegelt sich unentwegt im anderen und wird dabei unendlich vielseitig vernetzt, verglichen, differenziert und auf verschiedenen Ebenen abgespeichert. Ist der Gefühlsfluß und damit die natürliche Konzentration z.B. durch Reizüberflutung im Zusammenhang mit mangelnder Filterung bzw. etwaige Ängste beeinträchtigt oder blockiert, wird leider nach wie vor oft immer noch fälschlicherweise mangelnde Denkfähigkeit, Intelligenz und Lernschwäche diagnostiziert.
Eigentlich lernt der Mensch von sich aus weitaus effizienter. Es ist sein in ihm angelegtes natürliches Verhalten. Eine aus welchen Gründen auch immer negativ aufgeladene Lernsituation wird im Gehirn mit Ablehnung, Wut, Scham, … letztlich Angst verknüpft und damit zukünftig verständlicherweise eher gemieden. Vordergründiger Egoismus und Verweigerung bis hin zu Drogenmißbrauch können nicht selten in einer mangelhaft entwickelten Möglichkeit sich selbst und sein Innerstes zu schützen begründet sein. Auch hierin liegt wiederum die Chance durch eine Metamorphose des Selbstverständnisses im Kollektiv. Von einer Gesellschaft in der es möglich ist aufrecht stehen zu bleiben während man offen seine Schwächen zeigen kann sind wir jedoch ein weites Stück entfernt.
Viele Kinder und Jugendliche brechen nicht erst z.B. durch den Druck der Entscheidung für oder gegen ein G8-Gymnasium zusammen. Nein, voll berufstätige Supermuttis - und Väter beschallen ihre Zöglinge vermutlich schon im Mutterleib mit Fremdsprachen, damit diese ja nicht den Anschluß verpassen, bevor es diesen überhaupt gibt. Wie weit soll diese Entfremdung noch gehen und wie können wir uns dieser entziehen, ohne wirklich notwendige eigene Anschlüße zu verpassen? Wir werden sehen ..

Raphael Vogt Jan `08 / Apr `10

Abgelegt unter: Musikdemos — r.vogt @ 01:07

26. April 2010

Abgelegt unter: Musikdemos, Videokunst — r.vogt @ 03:46

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19. Januar 2010

coming soon

Abgelegt unter: Literaturlandschaft — r.vogt @ 17:29

nach meinem Roman

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demnächst das PC-Spiel

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Hier nun schon einmal die ersten Screenshots:

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Startseite

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Küche

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Friedhof

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Stammkneipe

Das Spiel “Identität” bzw. die Literaturlandschaft “Dualis - das Grab eines Dichters” ist eine Mischung aus Webseite, Online-Roman und Computerspiel und kann im Sinne eines klassischen Point n`Click Adventure-Games erkundet werden. Dabei wollen virtuelle Räume auf spannende Weise erschlossen bzw. anders ausgedrückt ein literarischer Stoff interaktiv “erlesen” werden. Bei dieser ersten, von mir entwickelten sog. Literaturlandschaft handelt es sich um eine Adaption meiner (sich ebenfalls noch im Entstehungsprozess befindenden) gleichnahmigen Romanerzählung, welche ja bereits ausschnittweise in diesem Blog veröffentlicht worden ist.

Coming soon! :)

8. Dezember 2009

leder, licht & literatur

Abgelegt unter: kaufladen — r.vogt @ 12:36

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Dieses Jahr waren wir mit Kerzen, Kunstpostkarten und Literatur aus eigener Produktion auf dem Weihnachtsmarkt in Dießen (a. Ammersee) vetreten (05./06.12.). Desweiteren im Sortiment: Feine, mit
exklusivem Kunstdruck versehene Lederbeutel; nativer Schmuck; Origamiobjekte

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Bild oben: Crepes-Stand (gegenüber) unter leuchtenden Papier-Engeln, unten Ledertäschchen (von Mareike Roeder)

11. September 2009

Abgelegt unter: Gästehaus, arts united Philosophie — r.vogt @ 10:58

Jonathan Meese und (s)eine höhere Moral des Wahnsinns innerhalb der
Kunst oder “von der Kunst als Spiegel und Katharsis des (kollektiv) Verdrängten”

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Nie wieder Krieg oder “das Monster in mir”

von Raphael Vogt

Im ersten Weltkrieg wurden traumatisierte Krieger, Verkletzte und/oder Kriegsmüde und/oder Verängstigte und/oder Kriegsverweigerer mit bestialischen Elektroschocks behandelt. Ein kriegsuntauglich gewordener Soldat wurde gefoltert, weil er nach einer Traumatisierung durch eine Granate, die ihn lebendig verschüttet hatte, sowie einer weiteren, von der er umgeworfen und erneut bewußtlos wurde, an der Front regelmäßig in Ohnmacht fiel. Der zuständige Kriegspsychiater hatte hierzu in zynischster Weise geäußert, dass dessen Kriegsuntauglichkeit in keinster Weise durch die Kriegserfahrungen bedingt sei, sondern vielmehr in einer eindeutigen Veranlagung zur Geisteskrankheit begründet wäre. Die direkt an Schläfen und Scheitel angebrachten Elektroden jagten auf Veranlassung des Psychiaters 360 Volt durch den Kopf des wehrlosen Opfers, das nach einem mehrere Sekunden andauernden Schrei in tiefe Ohnmacht fiel. Dies diente als “Therapie”. So erging es vielen Soldaten in vielen Kriegen dieser Welt, u.a. in Vietnam - wenn dort auch mit anderen Mitteln, nämlich Psychopharmaka statt Elektroschocks.

Diese Heiligen unter den Soldaten - so möchte ich sie pathetischerweise angesichts ihres stillen Leidens und oftmals reinen Gewissens wegen einmal bezeichnen - waren ihren barbarischen Folterknechten emotional weit überlegen und ebenso allen anderen, die Krieg für das richtige Mittel hielten. Sie waren sensible Indikatoren des über das Land gekommenen, legalisierten Wahnsinns und Vorboten einer Zeit, die wir leider noch immer nicht erreicht haben: Eine Welt ohne Krieg. Wie weit wir als scheinbare Zivilisation vom Wahnsinn entfernt sind, zeigte sich vor nicht allzu langer Zeit sogar in nähester Umgebung - dem ehemaligen Jugoslawien. Ganz nebenbei bemerkt war Serbenführer Karadzic übrigens auch Psychiater, wobei ich mit dieser Feststellung keineswegs die Behauptung aufstellen möchte, es gebe einen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Psychiatrie und Manipulation.

Was ist also der eigentliche (kollektive) Wahnsinn? - Terror und Krieg!

Die Hippies meinten, die Ursachen der Kriege (einschließlich Vietnam) in der übertriebenen Prüderie und damit einhergehender sexueller Selbstverleugnung erkennen zu können und hoben (mit der zeitgleich stattfindenden Erfindung der Antibabypille) moralische Grenzen der Sexualität in bewußter Provokation ihrer väterlichen Kriegsgeneration auf. Es war durchaus ein ernstgemeinter Versuch der Aufarbeitung wenn auch nicht wirklich von einem Gelingen des Vorhabens gesprochen werden kann. Denn wirklich aufgearbeitet und emotional analysiert wurden die beiden schrecklichen Aggressorkriege Deutschlands bis heute nicht. Unzählige, täglich ausgestrahlte Dokumentationen über den ersten und zweiten Weltkrieg täuschen darüber nicht hinweg. Eine Großzahl der Hauptschuldigen machten ungestraft und munter weiter in der deutschen Nachkriegs-Politik und wurden von der schweigenden Volkspartei CDU wie ein Schwamm aufgesogen - vergleichbar mit dem “Verschwinden” ehemaliger SED -Mitglieder in PDS, sprich jetziger “Linke” oder von EX-Stasi-Leuten im BND.

Ausgerechnet die sich - stellvertreten durch Ex-Außenminister Joschka Fischer und die RAF-Anwälte Schily (SPD/ Bundesminister für Inneres) sowie Ströbele (wie Fischer: Bündnis90/ Die Grünen) - aus dieser ehemaligen Hippie-Friedensbewegung rekrutierenden politischen Elite ist 1999 Anlaß des drastischen Sinneswandels in deutscher Außenpolitik und stellt die - für die Friedensbewegung stehende und aus ihr (zusammen mit Künstlern und Intellektuellen wie Joseph Beuys) gegründete Partei der Grünen - vor die Zerreißprobe. Mit dem “Ja” des ehemaligen Pazifisten Fischer zur Beteiligung der Deutschen an einer Bombardierung Jugoslawiens im Kosovo-Krieg waren erstmals nach den beiden schrecklichen, von Deutschland verursachten Weltkriegen, Bundeswehrsoldaten in einen eindeutigen Kampfeinsatz verwickelt. Leider ist dies aus heutiger Sicht - bei den vielen stattfindenden Einsätzen deutscher Soldaten - rückblickend als Bannbruch unbehaglichsten Geschmackes zu sehen. Was für Einsätze lassen sich unter - dem gemeinsam von den ehemalig befeindeten Parteien des Kalten Krieges Rußland und USA ausgeklügelten Mottos - “War on Terror” (und durch deren vorangegangen Stellvertreterkriege in Afghanistan geschaffenen, schwer traumatisierten und auf Rache eingeschworenen Milieus, woraus ja die heutigen Terroristen rekrutiert werden) da nicht legitimieren! Das gewalttätige Agieren des Staates ist somit nicht mehr abzugrenzen vom gewalttätigen Agieren der Terroristen. Lassen sich die Aktivitäten von Warlords, paramilitärischer Einheiten, die Operationen unzähliger Privatarmeen, Kämpfer und Milizen und die sogenannter ursprünglich zum Feinbild erklärter Terrorzellen moralisch gesehen noch voneinander unterscheiden? Terroristen wird in speziellen Ausbildungslagern durch - wohlgemerkt vom CIA einst selbst entwickelte Gehirnwäsche - jegliche Menschlichkeit ausgetrieben und durch Angst und Hass ersetzt. Menschen als Kampfmaschinen (früher von den USA gegen Rußland “eingesetzt”) zerstören in blinder Todeswut mit der Bereitschaft das eigene (durch die Psychomanipulation bereits als verloren empfundene) Leben zu verlieren. Wer ist da nun der Gute und wer ist der Böse? Wer ist das Opfer, wer ist der Feind? Auch im Gazastreifen ein riesiges Dilemma: Krieg als Antwort auf Terror, Terror als Antwort auf Krieg!

Es geht wohl eigentlich und hinter den Kulissen um ein undurchsichtiges doppeltes Spiel von vielererlei staatlichen, wirtschaftlichen, persönlichen und kulturellen Interessen. Es geht um Geld, um Öl, um Vormachtsstellungen, Stellvertreterkriege nach wie vor, Machtgerangel zwischen Judentem und Islam, Rußland, China und den USA. “Nie wieder Ausschwitz” ersetzte in Fischers legendärer Rechtfertigung des Jugoslawieneinsatzes (kurz nach einer Farbbeutelattacke aus den eigenen Reihen - von Fischer mit blutrot getöntem Jarkett pathetisch inszeniert) das ehemalige “Nie wieder Krieg” der ehemaligen Pazifisten. Welch paradoxe Wende also in der deutschen Geschichte, da hiermit ausgerechnet die Hippies der ehemaligen Friedensbewegung selbst die Möglichkeit einer fatalen Wiederholung deutscher Geschichte grundsätzlich möglich machten. Wobei hier der potentielle, kausale Zusammenhang zugegeben vergleichbar ist mit Einsteins Erforschung des Atoms und dem letztendlichen Abwurf der Atombombe (auf Hiroshima und Nagasaki).

Ebenso zeigt sich mittlerweile auf anderen Kriegsschauplätzen - wie in Afghanistan - das Dilemma, dass sich selbst im Namen einer noch so ehrenwert begründeteten friedlichen Mission zwischen Angriff und Verteidigung und damit Opfer und Aggressor nicht eindeutig genug unterscheiden läßt, womit auch Deutschland die moralische Kriegs-Legitimation durch ein einst von Fischer geäußertes “Nie wieder Ausschwitz” verliert. Auf die Gefahr hin, dass dieser Gedankengang extrem aufstoßen mag, aber wer wie jüngst beim - auf Initiative des deutschen Militärs hin - stattgefundenen Luftangriffs auf zwei Tanklaster der Taliban das Leben unzähliger (vermutlich 30) Zivilisten zu verantworten hat, muß sich die Frage gefallen lassen, ob sich zur Rechtfertigung solchen Handelns ein erzwungener Tod durch inhaliertes Gas von einem erzwungenen Tod durch explodierendes Benzin moralisch gesehen ausreichend genug unterscheidet.

Nun wissen wir endgültig, was wir nach der Ausspähung möglicher Angriffsziele im Irakkrieg durch den deutschen Geheimdienst längst ahnten: Deutschland ist dank dem ad absurdum führenden Rückschluß “Krieg zur Vermeidung von Krieg” wieder mittendrin. Die noch schlimmere Vermutung ist: Dank wirtschaftlicher Interessen. Unzählige deutsche Firmen sind am Wiederaufbau des Iraks beteiligt (sodenn man überhaupt von Wiederaufbau sprechen mag). Mit diesem neuen Selbstverständnis sind wir - so fürchte ich leider - auch bedenklich näher an die Wahrscheinlichkeit eines terroristischen Angriffs innerhalb Deutschlands gerückt, woraus wiederem politisch ein weiter ausgebauter Überwachungsstaat ( = alternative Erklärung für “Abbau der Bürgerrechte” ) legitimiert wird. Wer Ohren hat, der störe!

Es gibt ja bekanntlich einen kausalen Zusammenhang zwischen Innerer Sicherheit und der Projektion völkischer Aggression auf einen imaginiären oder auch tatsächlichen Feind. Ein modernes Beispiel eines nahezu imaginären Feindbildes wäre der nur per Videobotschaften in Erscheinung tretende Oberschurke Osama Bin Laden, der die ganze Welt in Atem und somit aber auch zusammen hält. Als kostengünstig inszenierte Projektionsfläche für Aggressionen, als Kanalisierung, als staatlich steuerbares Ventil verdrängten Volkszorns (wie im dritten Reich der Jude als Sündenbock - auch wenn dieser Vergleich auf den ersten Blick moralisch verwerflich erscheinen mag aber dennoch insofern seine Berechtigung hat, als dass in ähnlicher Weise Unschuldige durch gezielte Propaganda zu Opfern gemacht werden). Dennoch oder auch mitunter gerade deshalb gibt es Terrorismus tatsächlich und er ist ebenso wie Krieg ein abscheuliches, absolut verachtenswertes Phänomen! Zurück zum Nutzen eines kollektiven Feindbildes: Muss es Länderkriege zur Vermeidung von Bürgerkriegen geben? Äußere Unsicherheit zugunsten Innerer Sicherheit? Hält Krieg wirklich die Welt im Gleichgewicht, ist er wirklich “der Vater aller Dinge” wie man so sagt? Und warum eigentlich “Vater” aller Dinge? - Als der Männlichkeit rachesuchenden Machtausgleichs gegenüber dem Weiblichen, der “Mutter (Erde)” die uns ja allen (unter Schmerzen) das Leben schenkt? Gibt es denn keinen anderen Ausweg für dieses “äußerste aller Mittel”, diesen Wahnsinn, um inneren Frieden (im doppelten Sinne), Wohlstand und wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten?

Die bereits bestehenden Räume zur “kontrollierten” Entfaltung des Wahnsinn in mehr oder weniger friedlichen Zivilgesellschaften bzw. besser gesagt - dessen rechtzeitige Kompensation - scheinen bislang immer noch vorwiegend auf Psychiatrie und Kunst beschränkt zu sein. Alles was sich darüber hinaus frei bewegt, darf nach wie vor nicht sein - auch wenn sich z.B. die Moralgrenzen - gerade in den Medien - schier unendlich geweitet haben. Das Problem hierbei: Die unreflektierte Auseinandersetzung mit Gewalt und Sexualität im öffentlichen Raum der Medien wie Print, Fernsehen und Computerspiel bedingt nicht zwangsläufig die gewünschten Folgen einer Befreiung und Katharsis der menschlichen Psyche. Vermutlich ist es nicht selten geradezu umgekehrt. Ballerspiele machen zwar noch keinen Attentäter. Aber umgekehrt hatte bisher jeder mit Schusswaffen ausgerüstete und in Schulgebäude eingedrungene Amokläufer zuvor intensivst Killerspiele konsumiert. Bewirken also gewaltverherrlichende Spiele und Filme reale Gewalt oder sind sie vielleicht sogar in weitaus größerem Rahmen Katalysator verdrängter Aggressionen und verhindern somit oftmals, dass Gewalt real zum Ausbruch kommt? Ich persönlich fühle mich diesbezüglich übrigens eher durch literarische Aufarbeitungen dieses Themas angesprochen - wie z.B. in Hermann Hesses “Steppenwolf” und dessen “magisches Theater - Eintritt nur für Verrückte” oder auch Hesses weniger bekannte Kurzerzählung “Klein und Wagner” die ein wahres Verbrechen einer durch Kompensation überwundenen Gewaltfantasie des Helden gegenüberstellt.

Fest steht: Der im Menschen angelegte, tief im Urgrund der Psyche lauernde Wahnsinn benötigt rechtzeitig einen bewußt kontrollierten Raum, um nicht je wieder so unkontrolliert und im Übermaß von Außen über uns hereinzubrechen wie z.B. im Dritten Reich unter Hitler oder unter linksextremen Systemen wie dem Stalinismus, bzw. eben auch durch terroristische Netzwerke, Kleingruppen und Einzeltäter. Sind die Medien hierfür der richtige Ort? So einfach läßt sich das wohl nicht beantworten. Ob Gewaltfantasien real umgesetzt werden hängt ja von vielen Faktoren ab. Nichts ist daher wirklich berechenbar. Das Dilemma der Berechenbarkeit “des Bösen” zeigt sich in Science-Fiktion-Thrillern wie Minority Report - mit Tom Cruise als einen durch einen Fehler in der Überwachsungsmaschinerie an “Mordverdacht” selbst zu Fall kommenden Polizisten - der all den Horror eines Überwachungsstaats Orwellschen Sinnes deutlich macht. Erschreckend reale Tendenzen die wir unter dem Deckmantel “War on Terror” und “Neue Weltordnung” (NWO) in ihrer Deutlichkeit (kaum) spüren. Wenn man Frösche in einen heißen Topf wirft, springen sie sofort wieder heraus. Wenn sie dagegen im kalten Wasser sitzen und nur ganz langsam erwärmt werden, hat die Lähmung bereits eingesetzt, bevor sie sich wehren wollen werden. Alles wird digital überwachbar (einschl. unserer Privatsphäre), durch untransparente technische Systeme gebündelt, archiviert und kontrolliert. Alles muß funktionieren und zwar reibungslos. Gefühle müssen unterdrückt werden und gut manipulierbar sein. Das Böse bleibt eine Projektion die ins Fernsehen gehört. Wir werden von einer uferlosen Wellness-und-Jugendkult-Ideologie betäubt und dabei auf der Suche nach ewigem irdischen Glück selbst tief im Unbewußten gefangen gehalten. Jeder ahnt, doch keiner darf sich äußern - über Vergänglichkeit und Tod. Alles muß leicht verdaulich vorgekaut, bequem sein und schön. Das was wir Leben nennen ist nicht das wahre Leben sondern vielmehr ein vorzüglich bis zur Unkenntlichkeit serilisiertes, leicht verdauliches Konstrukt. Das was wir Leben nennen ist nur die halbe Medaille unseres Seins. So manches ist nur noch Fassade, ein gezuckerter Traum ohne Realität.

Achtung Psychomanipulation oder “über die mittlerweile flächendeckenden Versuchsfelder Psychokrieg und Bewußtseinskontrolle” in Gesellschaft und Medien

Dabei verstecken sich zunehmend alte Schatten hinter neuem Licht. Gerade in der alles zum grenzenlos-göttlichen-Spielraum erklärenden New-Age-Bewegung werden gefährliche Egoismen mit einer sich beqem anfühlenden vollkommen verschleierten Realität kaschiert. Ablenkungen und Irrwege säumen dabei den Weg zu angeblicher Selbstfindung wie hinterhältig versteckte Tretminen. Es sei Vorsicht geboten, gerade für diejenigen, welche sich allzu sorglos und unvoreingenommen in der spirituellen Psychoszene bewegen. Denn nicht nur Medikamte können manipulieren. Natürlich mag es auch im ein oder anderen Fall eine Nützlichkeit esoterisch anmutender Behandlungs- oder Meditationsformen geben, so wie es auch für den ein oder anderen Fall nützliche Psychopharmaka gibt. Dennoch sollte die Macht angeblich unbedenklicher Praktiken (von Hypnose oder Trance bis hin zu Gläserrücken) keinesfalls unterschätzt werden. Nicht nur das eigene Unterbewußtsein kann dadurch motiviert sein, frei zu werden, wie unser säkularisiertes Selbstverständnis uns glauben machen möchte. Vieles ist weitaus weniger harmlos als es vordergründig scheint. Zunehmend auffällig erscheint mir auch eine allzu sorglose Vereinnahmung eindeutig negativer Voodoo-Symbolik in unseren Medien (vorwiegend Fernsehen und hauptsächlich innerhalb einiger Musikvideos).

Wahnsinn = verdrängte psychische Anteile, die sich im Unbewußten verselbständigen

Ich will als selbstbestimmter Mensch in meinen negativen Anteilen weder - im schlimmsten Fall - innerhalb des kollektiven Unterbewußten eines diktatorischen Systems angesprochen, noch von dubiosen, scheinbar unbedenklichen Selbsterfahrungs- und Heiltechnikiken manipuliert werden und auch nicht Aggression, Angst und Fantasie zugunsten eines irrsinnigen Kapitalismus mittels Konsum kompensieren. Nein - auch wenn es gesellschaftlich unerwünscht sein sollte: ich muß es dringend füttern - das Monster in mir. Es ist das innere Kind, unsere ureigene Anarchie, der wilde Mann und das Monster - alles in einem. Ich schreie “nie wieder Krieg” auf den Straßen, doch in mir kocht die Wut. Ich brenne aus. Es funktioniert wie ein Super-GAU: Die außer Kontrolle geratene Kettenreaktion (nicht zugelassener Gedanken) frißt sich als glühender Kern in den Boden (der Verdrängung). Und alles um mich herum strahlt … in düsterem Licht. Ich muß in den Boxsack hauen, häßliche Geschichten schreiben, wilde Bilder malen. Ich muß tanzen, philosophieren, aus dem Rahmen fallen, verrückt sein um nicht verrückt zu werden. Verrückt ist die Norm genug. Hinter all dem Schein und all der Schönheit lauern die Fratzen! Vielleicht liegt wirklich nur in der Kunst der wahre Weg zur kontrollierten Entfaltung des Wahnsinns und damit bewirkter Unmöglichkeit von Krieg? Vielleicht hat Kunst einen glaubhaften positiven Einfluss auf die morphogenetische (Kollektiv-)Psyche, gerade in Bezug auf das Vakuum an Bewußtheit, welches Religion tragischerweise trotz all ihrer positiven Kraft offenbar hinterläßt. Gemeint ist hiermit konkret wie gesagt der Umgang mit und eine vernünftige Sublimierung der ureigenen, in den Schatten verbannten Wildheit, Anarchie und Negativität … mittels regellos freigesetzter Fantasie. Wobei der Künstler selbst, wie zB. Jonathan Meese nicht müde wird zu behaupten, dabei als Schöpfer nur mehr eine untergeordnete, im Idealfall sogar überhaupt keine Rolle mehr spielt. Auch wenn ich Meeses künstlerisches Auftreten persönlich mitunter als höchst grenzwertig empfinde, so teile ich mit ihm dennoch uneingeschränkt dessen Selbstverständnis als Künstler in meiner ureigenen darauf Bezug nehmenden Behauptung: “Es gibt keinen Künstler, es gibt nur die Kunst.” Oder in anderen Worten: Der Künstler als Medium eines weitaus Größeren!

Abschließend, zur Ergänzung des Themas ein Link zu einer Literaturkritik des Psychothrillers Shutter Island, den ich zwar selbst bislang weder in Buchform gelesen, noch als Film gesehen habe und dennoch sozusagen blind eine attraktive Auseinandersetzung mit dem vorangehend in meinem Text angesprochenen Thema Psychomanipulation attestieren möchte. Psychomanipulation war oder ist ein Thema der Kriegsführung - nicht nur in Form geheimer Experimente des CIA oder der Propagandatechniken im Dritten Reich, auch ganz aktuell der Werbung, von Sekten und extremen Strömungen innerhalb der Religionen und innerhalb unserer Massenmedien … und damit natürlich auch Hollywoods! Der Roman Shutter Island von Autor Dennis Lehane wurde schließlich von Martin Scorsese und damit dessen, neben Spielberg einflussreichstenen Regisseur verfilmt. Ob nun jener Film selbst wiederum als Teil der Manipulationsmaschinerie zu sehen ist oder im Gegenteil zu deren Entlarvung beiträgt, bleibt wohl eine Frage des Blickwinkels, der Perspektive unserer (intellektuellen) Betrachtung. Es gibt z.B. auch ein Buch, welches sich “Die Wissenschaft bei Stephen King” nennt und sich u.a. mit den psychologischen Hintergründen des vordergründig allzu oft trivial erscheinenden Horrors in Stephen Kings Erzählungen auseinandersetzt und dessen darin angesprochene Themen damit einer, der niederen Instinktstillung anhaftenden Schmuddelhaftigkeit, auf eine bewußtere Ebene hin entzieht. Es verschreibt sich dem beachtlichen Unterschied zwischen Angst haben und Angst verstehen , dem auch ich mich u.a. in meiner künstlerischen Arbeit wime.

Es mag Zufall sein, dass ich diesen Text an einem 11. September begonnen habe zu schreiben. Mag es ein Zufall sein … oder auch nicht.

29. Juni 2009

Abgelegt unter: Kurzgeschichten — r.vogt @ 23:46

die tiefe des beckens * novelle in zehn teilen * online auf petra-oellinger.at

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in Buchform zu bestellen für Euro 10.- (zuzüglich Porto) über “raphael@artsunited.de”

3. Juni 2009

Abgelegt unter: Comics & Komisches — r.vogt @ 18:20

“Hurra, hurra, unser Baby ist da!”

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